Privilegien

[Editorial: Im Folgenden schreibt der liebe Sebi etwas über seine Gedanken, die er sich so macht über sein Leben, warum das so ist und an was es liegt. In unserer Gesellschaft ist etwas nicht mehr richtig. Warum ist das so? Die Frage stelle ich mir immer wieder. Und dann stelle ich mir oft die Frage: Was kann ich dagegen tun?

Ja, in unserer Gesellschaft ist etwas nicht mehr richtig. Das spüren wir alle. Bei Manchen entwickelt sich daraus Wut und Hass. Andere verzweifeln daran und zerbrechen. Manche beschließen etwas zu ändern und tun etwas dagegen. So habe ich entschieden, dass ich nicht nur noch für mich versuche meinen Kosmos, mein Umfeld besser zu machen, sondern auch für andere einzustehen. Ich habe beschlossen politisch wieder aktiv zu werden. Ich bin einer Partei beigetreten und organisiere mich nun. Welche und warum hat hier aktuell noch nichts verloren. Doch bevor ich das Wort an meinen geschätzten Gastautor übergebe möchte ich kurz mit Kettcar einstimmen. ]

VON DEN VERBITTERTEN IDIOTEN NICHT VERBITTERN LASSEN

Ein Gastbeitrag von Fleggo

Es geht mir gut. Verdammt gut sogar. Das muss ich mir immer wieder bewusst machen, denn viele Privilegien, die ich genieße habe ich einfach. Ich habe sie nicht vor Augen, da sie für mich einfach normal sind. Ab und zu bekomme ich sie dann aber vor Augen geführt und in letzter Zeit wurde mir erst so richtig klar, dass es wahrscheinlich nicht viele Menschen gibt, die es von den Voraussetzungen her leichter haben als ich. Warum? Ganz einfach.

Ich bin weiß. Leider immer noch ein Privileg. Ich bin Europäer.

Leider immer noch ein Privileg. Eins, für das viele tausend Menschen jährlich sterben. Wortwörtlich. Weil sie hier her kommen wollen. Nein. Weil sie nicht da bleiben können, wo sie leben wollen.

Ich bin männlich. “Gender-Pay-Gap”, “#219a”. Leider immer noch ein Privileg.

Ich bin eine Kartoffel. In Deutschland geboren zu sein ist sogar innerhalb Europas noch ein Privileg. Leider.

Das ist aber auch nur das Offensichtlichste. Das, worüber diskutiert wird, was sich momentan, zumindest in Teilen, wandelt. Es geht aber noch viel weiter:

Ich bin gesund. Leider ein viel zu oft unterschätztes Privileg.

Ich habe eine tolle, ebenfalls gesunde Familie!

Ich bin erwachsen. Ja, auch das ist ein Privileg. Siehe #FridaysForFuture, wo tausende SchülerInnen einfach nicht ernst genommen werden.

Ich kann im Großen und Ganzen tun und lassen was ich will. Dinge, in denen ich mich einschränke, schränke ich mich freiwillig ein. Ein unfassbares Privileg.

Und für all das kann ich (fast) nichts.

Ich finde es ist enorm wichtig, sich das immer wieder selbst bewusst zu machen. Denn gerade wenn es einem so gut geht verliert man das aus den Augen und erachtet es als normal, vielleicht sogar als “verdient”. Doch das ist nicht so. Das meiste ist einfach nur pures Glück. Und oftmals erkennt man das gar nicht. Ab und an wird man aber damit konfrontiert. Das zu erkennen, zu reflektieren und vielleicht das eigene Verhalten dem etwas anzupassen kann dazu führen, dass alle etwas von den eigenen Privilegien haben.

Hier noch ein paar der Dinge, die mir in letzter Zeit gewaltig vor Augen geführt haben, wie gut es mir selbst eigentlich geht:

100$ Race

Broilers – Ich will nicht hier sein

“HalbeKatoffl”-Podcast

Oder einfach Menschen, die keine „Bio-Kartoffeln“ sind und aus ihrer Sicht berichten. Immer und immer wieder. Zum Beispiel:

Twitter Thread

Ein Bericht über die Arbeit von Menschen, die den Content auf Facebook filtern müssen

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